kirche el getsemani in tilataPartnerschaft - Begegnung auf Augenhöhe

Wenn wir von Partnerschaft sprechen, dann meinen wir in der Regel eine Begegnung auf Augenhöhe. Das ist, zugegebenermaßen, nicht immer einfach, wenn die finanziellen Mittel für diese Partnerschaft praktisch ausschließlich aus dem Norden kommenund wir in den Industrieländern - gerechtfertigt oder nicht - oft `Modellcharakter' für Entwicklungen haben. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Entwicklungsstand im Norden zu einem großen Teil mit ungerechten sozio-ökonomischen undpolitischen Strukturen zusammenhängt, die uns im Norden zu Nutznießern machen und die Partner im Süden zu den Benachteiligten und Leidtragenden.


Ökumenische Lernprozesse

kirche tilataWarum laden wir Partner aus dem Süden zu uns ein? Wenn wir Ökumenische Gäste haben und ebenso, wenn wir dorthin reisen,geht es um ökumenische Lernprozesse. Es gilt, ins Bewusstsein zu bringen, wie eng der eigene Haushalt, der ganz privateLebensstil, mit dem bewohnten Erdkreis und eben auch der Heimat der Gäste verwoben ist.Die Hoffnung, auch der Fördernden Institution des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed), ist es, dass es durch persönliche Begegnungen zwischen Partnern aus dem Süden und Norden zu einer verantwortlichen Teilhabe an den Geschicken derMenschheit führt. Die Auswertung vieler Erfahrungen hat gezeigt, dass das durch verbindliche Begegnungen eher gelingt, als wenn man sich nur informiert über Geschichte und Kultur in anderen Teilen der Welt.


Sensibilisierung für fremde Kulturen

kinder im gottesdienstÖkumenische Gäste sollen die Sensibilisierung für den Umgang mit fremden Kulturen im Geiste der Bescheidenheit, des Respektsund der aktiven Solidarität fördern. Dabei ist es wichtig, dass auch wir hier im Norden besucht werden,und die Partner uns an dem Ort kennen lernen, an dem wir zu Hause sind. So können wir realisieren, dass wir hier wie dort in Verhältnissen leben, die im Sinne von Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit nicht einfach so bleiben können, sondern dass wir uns gemeinsam in einem Lernprozess befinden



Entstehung der Gemeinde Tilata

aptapi nach dem gottesdienstDie Gemeinde Tilata liegt in der Provinz Ingavi, Kanton Viacha, genau zwischen der Metropole La Paz und der kleinen Stadt Viacha. Bis 1952 war Tilata Grundbesitz der Herren Friás. Eslebten dort nur 16 Familien, die ganz ohne Bezahlung für die Grundbesitzer arbeiteten. Sie bauten Kartoffeln und Gerste anund hüteten die Tiere, z.B. Schafe, Kühe, Schweine, Hühner, Hasen und andere. die unbezahlte Arbeit für die Patrone abgeschafft. Die sogenannteMit der Revolution am 9. April 1952 und der Regierungsübernahme durch die MNR (Nationalrevolutionäre Bewegung) wurde Agrarreform besagte: “Die Erde gehört denen, die siebearbeiten”. Die Besitzungen der Patrone wurden unter die Arbeiteraufgeteilt, die fortan für den eigenen Unterhalt arbeiteten.


Gewerkschaften und Landreform

erwachsenenbildungIn Tilata organisierte sich die Gewerkschaft und man begann mitder Landverteilung. Anfangs war genug Land da, um Aynoka (Rotation des Anbaus im Jahresrhythmus) zu praktizieren. Durchdas Vererben des Familienbesitzes an Kinder und Kindeskinderverkleinerten sich die Anbauflächen zu Kleinstflächen, die nichtmehr landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Die Landreform von 1976 sorgte vor allem für ein rasches Wachstum der Städte:die enteigneten Ländereien von Tilata wurden beispielsweise derstaatlichen Eisenbahngesellschaft überschrieben. 1989 entstand auf dem Altiplano eine neue Stadt: El Alto. Sie wuchs so schnell,dass sie Tilata bald vereinahmte und heute mehr Einwohner hatals La Paz.


Die Lutherische Kirche in Tilata

el getsemani baufortschritt mai 1996Die lutherische Kirche kam 1966 nach Tilata. 1968 bauten siegemeinsam die erste Kirche aus Adobe-Ziegeln (getrockneterLehm mit Stroh). Zu der Zeit gehörten 13 Familien zur Gemeinde,ca. 50 - 60 Personen, die sich jeden Sonntag zu Gottesdienst undSonntagsschule trafen. Seit Anfang der 90er Jahre wohnen Pfarrer Burkhard Sievers und seine Frau in Tilata und unterstützendie Gemeindearbeit. 1995 hat die Gemeinde beschlossen,das inzwischen schadhafte Kirchengebäude durch die heutige Kirche El Getsemani zu ersetzen, die Platz für etwa 300Personen bietet.


Finanzielle Unterstützung durch Edigheim

Zunächst waren Gelder aus Edigheim in den Bau der Kirche,des Küsterhäuschens und des Gemeindehauses „Casa Barbara“ geflossen, das auch von der Nationalkirche genutzt wird.Einschließlich der Möblierung und einem betonierten Fußballplatzwar ein - für bolivianische Verhältnisse auf dem Altiplano - recht komfortables Zentrum entstanden.Schließlich wurde die Gemeindeleitung angefragt, auf demGelände der Getsemani-Gemeinde ein Kinderzentrum zu eröffnen. Nach anfänglichen Bedenken erweist sich dieses Projektheute als Glücksfall für die Gemeinde. Pfarrerin Burgdörferhat während ihres Aufenthalts in Bolivien die Eröffnung des Zentrums mit einem lebendigen Gottesdienst mitgefeiert.


Betreuung für 300 Kinder täglich

kinder mit wichteln aus edigheimHeute werden jeden Tag bis zu 300 Kinder auf dem Geländebetreut, in Hygiene- und Gesundheitsfragen unterwiesen undbei ihren schulischen Hausaufgaben unterstützt. Es sind Arbeitsplätze entstanden für die “LehrerInnen” und für Frauen, die Essen für die Kinder zubereiten. Im Dezember 2008 wurde ein neues Gebäude mit 6 Kinderklos für Jungen und 6 für Mädchen eingeweiht, das auch mit Geldernaus Edigheim errichtet wurde. Den Verantwortlichen war dabeiwichtig, dass unsere Spenden ergänzt wurden durch Kollekten in der Gemeinde, durch die Arbeit der Mitarbeitenden desZentrums - sie haben Adobeziegel aus Lehm und Stroh selbsthergestellt - und von der Nationalkirche. Nun müssen noch drei Gruppenräume gebaut werden, um fürdie 300 Kinder mehr Platz zu haben. Dafür ist schon ein Grundstock an Spenden aus Edigheim vorhanden.


Dankbarkeit

pfarrer burkhard sieversBurkhard Sievers schrieb: „Auf jeden Fall sind wir euch sehrdankbar für eure ständige Begleitung und Hilfe, ohne die die Gemeinde auch nicht herausgefordert würde, sich selbst richtig anzustrengen.“Gegen Ende des Jahres 2008 lief die Zeit Emilio Mendozas alsPastor der Gemeinde ab. Neuer Pfarrer ist seit Anfang 2009 Ildefonso Mamani, der von der Gemeindeleitung einstimmiggewählt wurde.

Entwicklung unserer Partnerschaft

1995

Erste Kontakte der Prot. Kirchengemeinde LU-Edigheim zur Luth. Kirchengemeinde in Tilata, Bolivien, durch Marcia, die
bolivianische Ehefrau von Pfr. Marc Reusch

1996

Beginn der Partnerschaft zwischen der Prot. Kirchengemeindein LU-Edigheim und der Luth.-Bol. Kirchengemeinde in Tilata. Einweihung der neuen Kirche „El Getsemani“, unterstützt durch Spendenmittel des GAW und aus LU-Edigheim1997Studienreise einer Gruppe der Prot. Kirchengemeinde LU-Edigheim nach Bolivien unter Leitung von Ehepaar Reusch.

umgebung_von_el_getsemani1999

Sechs TeilnehmerInnen der Luth.-Bol. Kirche in Bolivien besuchen die Prot. Kirchengemeinde in LU-Edigheim unterLeitung von Pfr. Burkhard Sievers.

2001

Studienreise einer Gruppe der Prot. Kirchengemeinde LU-Edigheim nach Peru und Bolivien unter Leitung von Gert Langkafel.

2007

pfarrerin reinhild burgdoerfer in bolivien 1Pfrin. Reinhild Burgdörfer lernt während eines halbjährigen Aufenthalts in Bolivien die Luth.-Bol. Kirchengemeinde in Tilata besser kennen.

2010

Besuch von Gemeindegliedern der Luth.-Bol. Kirche Tilata in der Prot. Kirchengemeinde LU-Edigheim im Mai

 

2011

Geplant: Gegenbesuch einer Gruppe der Prot. Kirchengemeinde LU-Edigheim in Tilata.

pfarrerin reinhild burgdoerfer in bolivien 2

  

Wir laden Sie ein, sich einzubringen in diese Partnerschaft:

  • durch Ihre Freude an der Begegnung mit Fremden
  • mit Ihrer Bereitschaft, sich mit ihren persönlichen Lebensumständenin einem ökumenischen Bildungsprozess zubeschäftigen.
  • mit Ihren Spanisch-Kenntnissen für die Kommunikation mitunseren Gästen aus Bolivien
  • durch Räumlichkeiten, um 2 Gäste für einige Tage bei sich aufzunehmen und auf manchen Wegen zu begleiten
  • mit Ihrer Zeit, um Gäste zu einzelnen Besuchsprogrammpunktenzu fahren oder zu begleiten
   

Tageslosung  

Dienstag, 26. September 2017
Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
   

Kitas in der Region  

   

Gemeindebrief  

Nordlicht 20

Den aktuellen Gemeindebrief können Sie sich hier runterladen.

Viel Spaß beim lesen!!!

   
   

Login  

   

Newsletter

Sie möchten per Newsletter informiert werden wenn neue Beiträge / Termine veröffentlicht werden? Dann melden Sie sich einfach mit Ihrem Namen und Ihrer E-Mailadresse an!
   
© Region Ludwigshafen Nord 2016